"Ein gutes Buch...

...ist wie eine bunte Blumenwiese, ein Fest für alle Sinne"

Was Karl Lagerfeld damit zu tun hat

Für uns Kinder der 80er Jahre waren die Möglichkeiten an digitalen Freizeitangeboten damals höchst eingeschränkt, außer der täglichen Portion „Sesamstraße“ und den sonntäglichen Spielfilmen am Nachmittag war der Fernseher für mich nur wenig im Einsatz. So beschäftigte ich mich mit dem, was den Geschichten aus der Flimmerkiste an nächsten kam: LESEN! Stundenlang, bei jedem Wetter, tagsüber, nachts, im Bett, im Garten, einfach überall verschlang ich Lektüren aus den unterschiedlichsten Genres und tauchte ein in die unendliche Welt der Literatur.

Ich bastelte weiterhin an meinen eigenen Geschichten und unternahm in den folgenden Jahren mehrere Anläufe, einen Zugang zum „ernsthaften“ Schreiben zu finden. Doch außer vielen verschiedenen Anfängen brachte ich nichts zustande, ich wusste einfach nicht, wie die Arbeit einer Autorin funktioniert.

2016 ergriff ich dann die Flucht nach vorne:
Ich meldete mich zum Fernstudium „Literarisches Schreiben“ an und studierte zwei Jahre lang die Kunst des Schreibens.

So weit, so schön, anschließend war ich zwar ein bisschen schlauer, aber immer noch weit davon entfernt, ein Buch geschrieben zu haben und das, was mir am meisten im Weg stand war – ich selbst. Mir fehlte schlicht und einfach der Mut, meine Geschichten öffentlich zu machen.

Dann geschahen drei wesentliche Dinge ungefähr zeitgleich:

- Ich gab einige Geschichten an meine Freunde weiter, der erste Schritt hinaus aus meinem Schneckenhaus.

- Ich erhielt aus heiterem Himmel eine Verlagsanfrage per E-Mail, ob ich eventuell Geschichten zur Veröffentlichung bei mir „herumliegen“ hätte.

- Ich las ein Interview mit Karl Lagerfeld, der Folgendes darin sagte:


(…)"Wissen Sie, ich habe gar keine Probleme mit der Umwelt, aber ich lebe sehr gut mit mir allein. Das ist der absolute Luxus für mich, von Freitagabend bis Montagmorgen nicht aus dem Haus zu gehen, nur zu lesen, zu zeichnen – Daydreaming – und zu machen, was ich will, ohne auf die Uhr zu gucken. Und das kann ich mir ja preiswert zu Weihnachten sehr gut selbst schenken, zumal es dieses Jahr ein Wochenende ist.

(Karl Lagerfeld im Interview mit der Welt am Sonntag, 21.12.2010)


Das haute mich aus den Socken. Der weltgrößte Designer sprach hier offen und selbstverständlich über seine Tagträume, die zu seiner Arbeit dazugehörten und für ihn von essenzieller Bedeutung waren. Aber weshalb überraschte mich das, kreatives Schaffen braucht nun einmal Raum und Zeit...und endlich war auch ich soweit, meinen Weg zu gehen.


Lesepröbchen

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