"Ein gutes Buch...

...ist wie eine bunte Blumenwiese, ein Fest für alle Sinne"

Der Studiengang

„Reden wir vom Äußeren der Innenwelt der Außenwelt.
Zu rätselhaft?
Dann beginnen Sie doch ein Bachelor-Studium der Innenarchitektur an der Hochschule Kaiserslautern. In sieben Semestern werden Sie erlernen, wie Sie das Innere der Menschen berühren.
Mit Ihrer Arbeit als Innenarchitekt/-in werden Sie den Menschen ganz nahe sein. Tagtäglich.
Im Guten wie im Schlechten.
Wir vom Fachbereich Bauen und Gestalten der HS Kaiserslautern möchten, dass Sie zu den Guten gehören.
Zu denen, die eine Atmosphäre schaffen, in der es uns Menschen körperlich, seelisch und in der Gemeinschaft mit anderen gut geht, in der wir uns wohl fühlen, in der wir gerne arbeiten oder auch nur über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachdenken….Sie lernen etwas über Technik und Wissenschaft, über den kreativen Prozess und auch ein gerütteltes Maß an Psychologie.“


Dies ist ein kleiner Auszug aus der Begrüßungsrede auf den Internetseiten meiner ehemaligen Fachhochschule.
Ich habe schon immer eine Schwäche für Häuser, Burgen und Schlösser, besonders für die alten, vernachlässigten, verwaisten, solche, die halb verfallen sind und um die sich niemand mehr kümmern mag. Ich wollte mehr darüber lernen, wie ich sie wieder zum Leben erwecken kann, wie es möglich ist, sie aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen und ihnen ihre Seele zurückzugeben. Also entschied ich mich folgerichtig für die Innenarchitektur. Ich habe mein Studium sehr genossen und auch meine Arbeit als Planerin.

Was mir lange nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass mein Studium mir beileibe nicht nur für die Renovierung alter Häuser zugutekommen, sondern mich auch an völlig anderer Stelle unterstützen würde. Die offenkundigen Verknüpfungen zu meiner zweiten Leidenschaft - dem Schreiben - sind mir in ihrem Ausmaß erst heute klar und kommen bei genauer Betrachtung im eben erwähnten Text bereits vor:

Reden wir von… der Innenwelt (und) der Außenwelt. (…) werden Sie erlernen, wie Sie das Innere der Menschen berühren.
Mit Ihrer Arbeit … werden Sie den Menschen ganz nahe sein. Tagtäglich. Im Guten wie im Schlechten.
(…) die eine Atmosphäre schaffen, in der es uns Menschen körperlich, seelisch und in der Gemeinschaft mit anderen gut geht, in der wir uns wohl fühlen, (…) oder auch nur über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachdenken. Sie lernen etwas über Technik und Wissenschaft, über den kreativen Prozess und auch ein gerütteltes Maß an Psychologie.“


Dergestalt verkürzt ließe sich mit diesem Text über die Arbeit einer Innenarchitektin ohne weiteres auch die Arbeit einer Autorin beschreiben, verblüffend - oder nicht?

Einer meiner Lieblingsautoren hat in diesem Zusammenhang ein legendäres Zitat über die Beschaffenheit guter Literatur getätigt, welches den Kreis an dieser Stelle wunderbar schließt:


 „(…) Mit jedem Tag sah ich deutlicher, dass gute Literatur wenig oder nichts zu tun hatte mit trivialen Schimären wie „Inspiration“ oder „etwas zu erzählen haben“,
sondern mehr mit der Ingenieurskunst der Sprache,
der Architektur der Erzählung,
der Beschreibung von Texturen,
Timbres und Farben der Konstruktion,
mit der Fotografie der Vorstellung
und mit der Musik, die ein Orchester aus Worten produzieren konnte.“

(Aus Carlos Ruiz Zafon: „Das Labyrinth der Lichter“)

 

Ja, das ist es, was ich gelernt habe und was mich unabhängig von der Arbeit als Innenarchitektin beflügelt, meine Geschichten zu erschaffen – doch natürlich ist das noch nicht alles…


Von Raben und Bären

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